Genau. Einen Schritt voraus.
Die Technische Dokumentation in der Luftfahrt- und Wehrtechnikbranche stellt hohe Anforderungen an Autoren und Übersetzer. Das Gefährdungspotential, das durch die beschriebenen Geräte und Maschinen ausgeht, ist nicht nur für das Bedienungs- und Instandsetzungspersonal sehr hoch. Anwendungsfehler können fatale Folgen haben. Um diese zu vermeiden, muss die Dokumentation absolut unmissverständlich formuliert und strukturiert sein.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der multinationale Standard S1000D für Technische Dokumentation von der AeroSpace and Defence Industries Association of Europe (ASD) ins Leben gerufen. Darin werden unter anderem die Gliederung der Dokumentation in einzelne Datenmodule, deren Speicherung und Verwaltung, die Erstellung von Grafiken und vieles mehr im Detail geregelt.
Dokumentationen für Luftfahrzeuge und militärische Fahrzeuge stellen den Übersetzungsdienstleister schon aufgrund ihres meist enormen Volumens vor große Herausforderungen. Sechsstellige Seitenzahlen sind keine Seltenheit. So vorteilhaft es aus Gründen der Konsistenz wäre, einen einzigen Übersetzer mit einem solchen Projekt zu betrauen – die Terminschiene erlaubt dies in der Regel nicht. Bei der 2W sind für solche Projekte nicht selten bis zu acht Übersetzer parallel im Einsatz.
Diese Übersetzer so zu koordinieren, dass ein effizienter Einsatz von Translation Memories und Terminologiedatenbanken über alle Prozessschritte hinweg gewährleistet ist, erfordert Projektmanager mit sehr viel Weitblick, Disziplin und der Fähigkeit zu vernetztem Denken. Darüber hinaus ist ein fundiertes Verständnis der Dokumentationsstruktur, der Dateistrukturen und der Anforderungen und Prozesse beim Kunden unabdingbar.
Die Projektmanager der 2W sind nicht nur selbst ausgebildete Übersetzer, sondern werden auch hinsichtlich des Umgangs mit SGML- und XML-Dateiformaten speziell geschult. Wenn es darum geht, die Daten nach der Übersetzung gegen eine DTD zu validieren und hierfür geeignete Softwaretools zu „schnitzen“, die eine Prüfung der Dateien schneller und sicherer machen, kommen unsere eigenen Programmierer ins Spiel.
Bei den Übersetzern ist neben absoluter Termintreue und einem fundierten Verständnis der technischen Sachverhalte auch eine gute Portion Erfahrung und Abstraktionsvermögen unabdingbar. Die Übersetzung strukturierter Dokumente im Editor des Translation Memory Tools erfordert zudem sehr viel Konzentration. Der Übersetzer muss die Bedeutung der einzelnen Tags kennen, um sich vorstellen zu können, wie die Inhalte später auf Papier erscheinen. Die korrekte Groß- und Kleinschreibung oder Zeichensetzung hängen oftmals davon ab, welcher Tag gerade bearbeitet wird.
Eine weitere Schwierigkeit ist die große Zahl einzelner Dateien (Datenmodule), die im Übersetzungsprozess korrekt verwaltet werden müssen. Oftmals müssen zehntausende einzelner Dateien ihren Weg durch die Übersetzung mit Translation Memory Tools, das Lektorat und die Validierung finden.
Man sieht: Das „Drumherum“ des Projektmanagements hat bei solch komplexen Übersetzungsprojekten einen sehr starken Einfluss auf die Qualität des Endresultats. Dennoch ist es ein ganzes Team von Übersetzern, Projektmanagern, Lektoren und Programmierern, das zum Erfolg führt!
Jan Riedel:
„Großprojekte in der technischen Dokumentation bringen vielerlei Herausforderungen mit sich. Um die Königsdisziplin im Übersetzungsmanagement mit Top-Ergebnissen bewältigen zu können, sind gute Organisation und fachliches Wissen essenziell.“


